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ITS – Cybersecurity

Hersteller
Certiport
Prüfungsdauer
50 Minuten
Anzahl der Fragen
40–50 Fragen
Prüfungssprachen
Englisch, Französisch und andere Sprachen

Zielgruppe

Kandidatinnen und Kandidaten dieser Prüfung bereiten sich auf eine Tätigkeit als Cybersecurity-Techniker oder Junior-Analyst auf Einstiegsniveau vor. Die Prüfung bewertet ihr Verständnis wesentlicher Sicherheitsprinzipien, Rahmenwerke und Denkweisen. Erfolgreiche Kandidatinnen und Kandidaten haben ein ausgeprägtes Bewusstsein dafür, wie Schwachstellen ein Unternehmen für Sicherheitsvorfälle öffnen und wie das Einhalten von Sicherheitsprinzipien und das Umsetzen von Benchmarks dazu beitragen kann, das Angriffsrisiko zu mindern. Sie entwickeln die Untersuchungs- und Interpretationsfähigkeiten, die für den Erfolg in diesem Bereich nötig sind, und bringen Eignung und Lernbereitschaft mit. Sie kennen den Werkzeugsatz, mit dem ein Endpunktgerät und ein Netzwerk auf Anzeichen eines Vorfalls überwacht werden, und können Protokolle auswerten, um zu bestimmen, ob eine Eskalation erfolgen sollte. Kandidatinnen und Kandidaten sollten über mindestens 150 Stunden Unterricht oder praktische Erfahrung mit Cybersecurity verfügen.

Kompetenzbereiche und Prüfungsziele

1Sicherheitsprinzipien

  1. 1.1Gängige Sicherheitsprinzipien erläutern
    • Hardening; defense-in-depth; Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit (CIA); Ethikkodex; Zero Trust security; Datenschutz (einschließlich KI-Anwendungsfällen); Richtlinien zur Datenklassifizierung und -aufbewahrung; Security Governance
  2. 1.2Cybersecurity-Rahmenwerke und branchenweit anerkannte bewährte Verfahren erläutern
    • NIST Cybersecurity Framework, ISO/IEC 2700, CIS Critical Security Controls
  3. 1.3Schwachstellen, Bedrohungen und gängige Angriffe erläutern
    • Schwachstellen, Bedrohungen, Exploits und Risiken; Arten von Angreifern; Gründe für Angriffe; Angriffsvektoren
    • Angriffsarten: Malware, Brute Force, Website-, Anwendungs- und adversarielle Angriffe (SQL Injection, Manipulation von Eingabedaten und Buffer Overflow), Privilege Escalation, Ransomware, Denial of Service/DDoS, Botnets, physische Angriffe, Man-in-the-Middle, IoT-Schwachstellen, Insider-Bedrohungen, Advanced Persistent Threat (APT), Spoofing
  4. 1.4Social-Engineering-Angriffe erkennen
    • Tailgating und Identitätsvortäuschung (impersonation)
    • Spear Phishing, Phishing, Vishing, Smishing, Whaling, Watering Holes, Pharming usw.
    • Bösartige Umleitung (QR-Codes, gekürzte URLs und gefälschte Websites)
    • Erhöhte Angriffsraffinesse durch den Einsatz von KI und Bots
  5. 1.5Grundsätze und Verfahren der Zugriffsverwaltung erläutern
    • Authentifizierung, Autorisierung und Accounting (AAA); RADIUS; Verfahren der Multifaktor-Authentifizierung (MFA); Kennwortrichtlinien; biometrische Authentifizierung; cloudbasierte Ressourcenfreigabe
  6. 1.6Erläutern, wie Verschlüsselung Vertraulichkeit und Integrität von Daten schützt
    • Asymmetrische und symmetrische Verschlüsselung, Hashing; Zertifikate; Public Key Infrastructure (PKI); starke und schwache Verschlüsselungsalgorithmen; Verschlüsselung für Daten bei der Übertragung, im Ruhezustand und in Verwendung

2Das Netzwerk absichern

  1. 2.1Schwachstellen häufig verwendeter Protokolle erkennen
    • TCP, ARP, ICMP, DHCP, DNS, SMTP, ND, CDP/LLDP, SNMP, syslog
    • HTTP/HTTPS, FTP/SFTP, Telnet/SSH
  2. 2.2Die Rolle der Adressierung für die Netzwerksicherheit beschreiben
    • Netzwerksegmentierung (DMZ, VLANs),
    • NAT; öffentliche und private Netzwerke; interne, externe und vertrauenswürdige Netzwerke
  3. 2.3Zweck und Funktion von Netzwerksicherheitstechnologien beschreiben
    • Honeypot, Proxyserver, IDS, IPS, Captive Portal, Firewall-Typen (stateful, stateless), ACLs
    • VPN, NAC, Remotedesktop-Werkzeuge
    • Cloud-Sicherheitsinfrastruktur (VPC und Security Groups)
    • Eingabevalidierung, Malware-Erkennung, Spam-Filterung, adversariales Training, Datenbereinigung
  4. 2.4Die Sicherheit drahtloser Netzwerke überprüfen
    • MAC-Adressfilterung; Verschlüsselungsstandards und -protokolle für WLAN, SSID
  5. 2.5Netzwerksicherheitsprotokolle auf Auffälligkeiten untersuchen
    • Firewall-Protokolle, IDS/IPS-Protokolle

3Endpunktgeräte absichern

  1. 3.1Sicherheitseinstellungen zur Härtung von Betriebssystemen anwenden
    • Betriebssysteme: Windows, macOS und Linux
    • Windows Defender, Datei- und Verzeichnisberechtigungen, Privilege Escalation, Datei- und Laufwerksverschlüsselung, Verwendung von CIS-Benchmarks
  2. 3.2Endpunktwerkzeuge zur Erhebung von Sicherheitsbewertungsinformationen verwenden
    • netstat, nslookup, nmap, zenmap, ss
  3. 3.3Werkzeuge zur Paketaufzeichnung verwenden, um Auffälligkeiten zu erkennen
    • Wireshark, tcpdump
  4. 3.4Vertrautheit mit Richtlinien und Standards für Endpunktsicherheit nachweisen
    • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (PCI DSS, HIPAA, DSGVO), BYOD, Geräteverwaltung (Status von Windows Updates, Anwendungsaktualisierungen, Gerätetreibern, Firmware und Patches prüfen), Konfigurationsverwaltung
  5. 3.5Systemprotokolle auswerten, um Auffälligkeiten zu erkennen
    • Event Viewer, Konsole, Überwachungsprotokolle, System- und Anwendungsprotokolle, syslog
    • Server- und Endbenutzergeräte
  6. 3.6Malware entfernen
    • Systeme scannen, Scan-Protokolle prüfen, Malware-Behebung, Verständnis dafür, dass Malware Wiederherstellungspunkte und Sicherungen infizieren kann, Reaktion auf Malware-Vorfälle (Eindämmung, Quarantäne, Behandlung und Inokulation)

4Schwachstellenbewertung und Risikomanagement

  1. 4.1Quellen für Bedrohungsinformationen nutzen, um mögliche Netzwerkschwachstellen zu erkennen
    • Nutzen und Grenzen von Schwachstellendatenbanken; Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs), Cybersecurity-Berichte, Cybersecurity-Nachrichten, Abonnementdienste und kollektive Intelligenz; anlassbezogene und automatisierte Bedrohungsinformationen; die Bedeutung, Dokumentation und andere Formen der Kommunikation vorausschauend vor, während und nach Cybersecurity-Vorfällen zu aktualisieren; wie Dokumentation abgesichert, geteilt und aktualisiert wird
  2. 4.2Risikomanagement erläutern
    • Schwachstelle gegenüber Risiko, Ansätze des Risikomanagements, Strategien zur Risikominderung, Schweregrade von Risiken (niedrig, mittel, hoch, extrem hoch), Eintrittswahrscheinlichkeit, Risiken bestimmter Datenarten und Datenklassifizierungen, Sicherheitsbewertungen von IT-Systemen (Informationssicherheit, Änderungsmanagement, Rechnerbetrieb, Information Assurance)
  3. 4.3Den Ablauf von Penetrationstests erläutern
    • Erkennen von Schwachstellen, Berichten der Ergebnisse an Beteiligte und Aussprechen von Empfehlungen zur Risikominderung; aktive und passive Aufklärung; Testen (Port-Scanning und Automatisierung);
    • Eine Anwendung vor der Bereitstellung auf Schwachstellen testen (Dynamic Application Security Testing (DAST) und Static Application Security Testing (SAST))

5Umgang mit Vorfällen

  1. 5.1Sicherheitsereignisse überwachen, um zu bestimmen, ob eine Eskalation erforderlich ist
    • Rolle von SIEM und SOAR, Erkennen verdächtiger Ereignisse während ihres Auftretens, Unterscheiden zwischen echtem und falschem Positiv, Unterscheiden zwischen echtem und falschem Negativ
  2. 5.2Den Ablauf der digitalen Forensik und Angriffsrahmenwerke erläutern
    • Beweisquellen (Artefakte); Umgang mit Beweismitteln (Sicherung digitaler Beweise, Chain of Custody)
    • Cyber Kill Chain, MITRE ATT&CK Matrix, Diamond Model; Tactics, Techniques, and Procedures (TTP); Pyramid of Pain
  3. 5.3Die Bestandteile der Reaktion auf Cybersecurity-Vorfälle erläutern
    • Bestandteile von Richtlinie, Plan und Verfahren; Phasen des Lebenszyklus der Vorfallreaktion (NIST Special Publication 800-61, Abschnitte 2.3, 3.1-3.4)
    • Auswirkung von Compliance-Rahmenwerken (DSGVO, HIPAA, PCI-DSS, FERPA, FISMA) auf Melde- und Berichtspflichten
  4. 5.4Die Bedeutung von Notfallwiederherstellung und Betriebskontinuitätsplanung erläutern
    • Natur- und von Menschen verursachte Katastrophen, Merkmale von Notfallwiederherstellungsplänen (DRP) und Betriebskontinuitätsplänen (BCP), alle Arten von Datensicherungen, Hot- und Cold-Spares, Kontrollen der Notfallwiederherstellung (aufdeckend, vorbeugend und korrigierend)
  5. 5.5Benutzer bei der Wiederherstellung von Daten nach einem Vorfall unterstützen
    • Wiederherstellungspunkte, Wiederherstellung aus Cloud-Speicher, Recovery Point Objective, Recovery Time Objective, Hot-, Warm- und Cold-Standby